Wer braucht Wen?
Woher es kommt, weiß keiner. Wenn es jemand behauptet, hören wir Gegenstimmen.
Ob es sein kann? Ja es kann nicht nur sein, es ist Tatsache.
Jeder hat es erlebt oder zumindest schon davon gehört.
Menschen, die im Zenit ihres Wissens stehen, der Hügel der Weisheit.
Alles wissend, aber auch alles Wissen erzählend. Dagegen spricht die Weisheit eines Jeden.
Gegen den Zustand des Mitteilens, des unentwegten Anspruchs auf das Podest, die Empore, die Bühne.
Nun haben zwei Leute etwas beobachtet. Eine Lernkurve, die dem Lernenden etwas suggeriert, was der Weise ablehnt aber dem Erzähler eine Gelegenheit zum glänzen bietet.
Irgendwo aufgeschnappt habe ich: Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler.
Wenn dieser Erzähler nun auch ein Entscheider ist, dann nimmt das Unheil seinen Lauf.
Freund von Hybris, Narziss bestätigt, das Neid der Einzige ist, der versucht es als Kritik zu verpacken.
Und mit dieser Bestätigung im Nacken fallen Entscheidungen, deren Tragweite ironischerweise als erstes Narziss treffen könnte. Denn Hybris befindet sich hoch auf dem Mount Stupid.
Hybris gehört leider zum Leadership und hat Mount Stupid aus eigener Kraft erklommen und Narziss als sein Gefolge bestimmt, weil Macht das Spiel von Hybris ist.
Und so stehen beide dort oben, blicken herab auf die Büros, die Schnittplätze und die Serverräume.
Sie sehen dort nicht mehr die Menschen, mit deren Kraft alles entstand.
Sie sehen nicht die Menschen, die diese Maschine erschufen, sondern nur die Maschine.
Effizienz wird fortan als offizielle Zweitsprache deklariert. Aber Stenografie kann schon lange keiner mehr.
Zerfall der Empore

Was Hybris und Narziss auf ihrem Gipfel nicht annähernd begreifen und als fatale Folge sehen können:
Die Luft dort oben ist dünn, und der Fall wird tief. Mit jeder Entscheidung, die auf dem Mount Stupid getroffen wird, bricht ein Stück des Fundaments weg, auf dem ihre Empore steht.
Der erste Riss:
Lost Expertise

Wenn Hybris beschließt, dass die Maschine den Meister ersetzt, gehen die Meister. Sie nehmen ihr Schweigen, ihre Erfahrung und ihr „Gefühl für das Material“ mit. Zurück bleibt eine leere Hülle, bedient von jenen, die nur noch „Tab“ drücken können, ohne zu wissen, warum.
Die Erosion:

Lost Identity
Eine Firma, die nicht mehr durch das Können ihrer Mitarbeiter definiert wird, sondern durch die statistische Wahrscheinlichkeit eines LLMs, verliert ihr Gesicht. Sie wird zu einem Geist in der Maschine. Wer keine eigene Expertise mehr pflegt, hat keine Geschichte mehr zu erzählen.
Der Kollaps:

Lost Authenticity und Credibility
An diesem Punkt erreicht das Unheil den Kunden. Er sieht das KI-generierte Video, er nutzt die fehleranfällige Software. Er spürt den Emotional Disconnect. Das Werk lügt ihn an. Und wer einmal merkt, dass die Seele des Produkts nur eine billige Synthetik ist, entzieht das Kostbarste, was er zu vergeben hat: Sein Vertrauen.
Das bittere Erwachen

Der Abstieg vom Mount Stupid wird nicht freiwillig erfolgen, denn Hybris und Narziss werten das Beben unter ihren Füßen als das Wummern der Party-Bässe. Aber, der Aufprall wird hart, denn das Tal ist tief.
Wenn die erste große Lücke (die CVE Yippie-Party) die Infrastruktur zerlegt, weil ja KI Agenten 24/7 coden,
wenn die Kunden abwandern und mit Ihnen die Budgets, weil die KI auch von Kunden selbst bedient werden kann, dann öffnet sich das Tor zum Tal der Tränen.
Dort unten werden Hybris und Narziss feststellen müssen, dass man Vertrauen nicht generieren und Expertise nicht prompten kann.
Eine Reise vom Mount Stupid ins Tal der Tränen
1. Der Aufstieg auf den Mount Stupid
Alles beginnt mit der Hybris. Getrieben vom Dunning-Kruger-Effekt erklimmt das Leadership den Mount Stupid. Man sieht die glänzende Oberfläche der KI-Generierung und verwechselt Output mit Wertschöpfung. In dieser Höhenluft herrscht die fatale Annahme: „Handwerk ist ersetzbar, Effizienz ist alles.“
2. Der Emotional Disconnect (Die Entfremdung)
Oben auf dem Gipfel passiert die erste Kernschmelze: Der Emotional Disconnect.
- Das Leadership verliert den Bezug zur tatsächlichen Expertise im eigenen Haus. Sie verstehen nicht mehr, warum ein Oberbeleuchter 500 € kostet (und der Kunde erst Recht nicht) oder warum Code-Reviews Zeit brauchen.
- Dieser interne Bruch strahlt nach außen: Der Kunde spürt die Seelenlosigkeit der Produkte (KI-Videos ohne Vibe, Software voller Logikfehler). Wenn die Firma ihre eigene Expertise nicht mehr liebt, kann der Kunde das Produkt nicht mehr lieben.
- Und der CEO der Filmproduktion brüstet sich öffentlich mit der tollen KI Aktion.
3. Die Kaskade des Verlusts
Sobald der Fokus nur noch auf der „Prompter-Ökonomie“ liegt, setzt eine unaufhaltsame Abwärtsspirale ein:
- Lost Expertise: Die echten Profis (die Forensiker, die Lichtsetzer, die Architekten) gehen, weil ihr Handwerk entwertet wird. Und mit ihnen verschwindet das implizite Wissen, das in keinem Prompt der Welt steht.
- Lost Identity: Ohne die Menschen, die das „Wie“ und „Warum“ kennen, verliert die Firma ihr Gesicht. Man wird austauschbar. Man ist kein „Studio“ oder „Softwarehaus“ mehr, sondern nur noch eine Rechenzentrums-Schnittstelle.
- Lost Authenticity: Ein Unternehmen, das nur noch synthetischen Output liefert, wirkt wie eine Fassade ohne Gebäude dahinter. Das „Echte“ ist weg.
4. Das Ende der Fahnenstange: Lost Credibility
Wenn die Authentizität flöten geht, folgt unweigerlich der Verlust der Glaubwürdigkeit.
- In der Software heißt das: „Kann ich deren Code vertrauen, wenn sie ihn selbst nicht verstehen?“ (CVE yippie!).
- In der Filmproduktion: „Ist das ein Versprechen oder nur ein Algorithmus?“ Sobald die Credibility weg ist, bricht das Geschäftsmodell zusammen. Vertrauen ist die härteste Währung, und KI-Spam ist die Inflation, die sie entwertet.
5. Das Erwachen im Tal der Tränen
Irgendwann kommt der Abstieg vom Mount Stupid. Er ist hart, steinig und teuer. Das Tal der Tränen ist der Ort, an dem das Leadership feststellt:
Dass man die Expertise, die man vor zwei Jahren entlassen hat, jetzt für das Dreifache als Berater zurückkaufen muss, um das Chaos zu bändigen.
Dass „billig generiert“ in der Wartung und im Reputationsschaden „unbezahlbar teuer“ geworden ist.